US-Markt: ifa erfolgreich zertifiziert, Start MU2/SNOMED Oktober 2014, neuer Diagnoseschlüssel erst in 2015 Print

Der US-Markt für Health-IT-Anwendungen bleibt spannend. Auf der einen Seite kommt es zu weiteren Verschiebungen bei der Einführung der Diagnoseverschlüsselung nach dem aktuellen ICD-10-Katalog. Auf der anderen Seite macht die Förderung der Elektronischen Patientenakte Fortschritte durch die Anforderungen von MU2014 (MU2014 = Meaningful Use Stage 2), die im Oktober 2014 eingeführt werden.

Die ifa united i-tech Inc., 100% Tochtergesellschaft der ifa systems AG, erhielt in dieser Woche die offizielle Zertifizierung zur Teilnahme an der zweiten Stufe der öffentlichen Förderung (MU2014). Insgesamt waren 20 komplexe Kriterien mit IT-Standards umzusetzen. Chris Reinartz, Vorstand für die Entwicklung: „Die MU2014-Zertifizierung in den USA war die bisher größte Herausforderung für die Entwicklungsabteilung. Das bezieht sich sowohl auf den Zeitaufwand als auch auf den technischen Standard. Allerdings sind wir mit diesem Health-IT-Niveau sehr gut für die Zukunft aufgestellt. Die ifa-Software hat bereits den neuen CDA-Standard (Clinical Document Architecture) realisiert, der wegweisend für die Kommunikation zwischen verschiedenen Health-IT-Systemen ist. Die Integration von unterschiedlich spezialisierten Software-Systemen nimmt immer mehr zu und die Anforderungen an die Kommunikation innerhalb der Provider, Ärzte und Patienten wird immer differenzierter. Lösungen dafür können nur mit international gültigen Standards erreicht werden.“

Auf der anderen Seite hat ifa eine umfassende Terminologiedatenbank für die Ophthalmologie (Augenheilkunde) entwickelt. Diese enthält Übersetzungen und Überleitungen der verschiedenen klinischen „Sprachen“ wie ICD-9, ICD-10 und SNOMED. ICD steht für „International Classification of Diseases“  und SNOMED ist die Abkürzung für „Systematized  Nomenclature in Medicine“. Die  Kataloge enthalten insgesamt mehr als 600.000 medizinische Begriffe zu Diagnosen, Therapien, Allergien usw., von denen alleine für die Ophthalmologie über 20.000 relevant sind. Chris Reinartz: „Die US-Regierung hat überraschend die Einführung des ICD-10-Schlüssels für die Abrechnung nochmals verschoben. Dafür wird SNOMED, die „Sprache“ im Förderprojekt der Regierung (Meaningful Use), jetzt wichtiger, da dieser Katalog nun zum Standard für die Zuordnungen und die damit verbunden Auswertungen wird. Das Ganze ist für Ärzte sehr verwirrend und entsprechend hoch ist der Aufwand des ifa-Teams, die Anwender zu informieren und zu schulen. Man kann sagen, es wird ein „heißer Herbst“ mit vielen Veranstaltungen und Webinaren im 3. und 4. Quartal dieses Jahres. Der Umstellungstermin für die lizenzierte Software-Version ist der 1. Oktober 2014.“